Pfingst, Gustav

Person/Körperschaft

Identifier/Permalink:
Entity 11757
Tätigkeit/Titel/Branche:
Dr. phil., Rabbiner

Geburt: 12. Juni 1900 in Ansbach (Bayern)
Inhaftierung: 1938 in Konzentrationslager Sachsenhausen
Emigration: 1939 in Großbritannien
Tod: 3. Juli 1957 in Aberdeen (Schottland, UK)

Identifikation Person/Körperschaft: ja
NS-verfolgt: ja
Eigentümer: ja
Notiz: Gustav Pfingst wurde am 12.6.1900 in Ansbach, Bayern, als Sohn des Kaufmanns Max Pfingst und dessen Ehefrau Amalie, geb. Schott, geboren. Ab 1919 studierte er an der Berliner Hochschule für die Wissenschaft des Judentums jüdische Theologie und parallel dazu an der Universität Berlin Geschichte und Philosophie. Im Februar 1924 wurde er an der Universität Würzburg zum Thema „Historische Probleme im Psalter“ promoviert. 1927 legte er an der Hochschule für die Wissenschaft des Judentums das Rabbinerexamen ab und war anschließend als Rabbiner u.a. in Nordhausen und Oppeln tätig.

1931 heiratete er in Nordhausen Rosa Altmann (geb. 3.11.1893 in Nordhausen). Das Paar hatte zwei Kinder: Leon und Sulamith.

Pfingst wurde von den Nationalsozialisten auf Grund seiner jüdischen Herkunft verfolgt. Im Nachgang des Novemberpogroms 1938 wurde er verhaftet und im Konzentrationslager Sachsenhausen interniert. Nach etwa zwei Monaten, am 6.1.1939, wurde er unter der Auflage wieder entlassen, sofort aus Deutschland zu emigrieren. 1939 gelang ihm gemeinsam mit Rosa und den beiden Kindern die Auswanderung nach Großbritannien. Dort war er zunächst in Leeds, später in Aberdeen als Rabbiner tätig. Gustav Pfingst starb am 3. Juli 1957 in Aberdeen.

Quellen:
  • Matrikelbuch der Friedrich-Wilhelms-Universität zu Berlin, Universitätsarchiv der Humboldt-Universität zu Berlin.
  • Datenbankauszug zu Entlassungsmeldungen betr. Gustav Pfingst, Gedenkstätte und Museum Sachsenhausen, Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten.
  • Heiratsregistereintrag Rabbiner Dr. Gustav Pfingst u. Rosa Altmann, StadtA Nordhausen Nr. 124/1931.
  • Wiedergutmachungs-Akten betr. Gustav Pfingst und Rosa Pfingst geb. Altmann, LAB, B Rep. 025-08 Nr. 6035-6041/55; B Rep. 025-08 Nr. 6488/55; B Rep. 025-08 Nr. 3169/57; B Rep. 025-08 Nr. 2189-2191/65; A Rep. 093-03 Nr. 53823.

Literatur:
  • Abrams, Nathan: Caledonian Jews. A Study of Seven Small Communities in Scotland. Jefferson, North Carolina 2009, S. 195.
  • „Pfingst, Gustav, Dr.“, in: Biographisches Handbuch der Rabbiner, Bd. II.2. Hrsg. v. Michael Brocke u. Julius Carlebach. München: Saur 2009, S. 477f.
  • Universität Würzburg (Hg.): Die geraubte Würde. Die Aberkennung des Doktorgrads an der Universität Würzburg 1933-1944. Würzburg 2001, S. 194 f.

Jenka Fuchs/Silke Bremer (Stadtbibliothek Hannover), Stand vom 16.09.2025
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