Wolf, Salomon

Person/Körperschaft

Identifier/Permalink:
Entity 15602
Tätigkeit/Titel/Branche:
Dr., Lehrer

Geburt: 25. Oktober 1906 in Köln
Emigration: 1939 in britisches Mandatsgebiet Palästina
Tod: 9. März 1986 in Jerusalem

Adresse:
Köln
Jerusalem (1939 bis 1986)

Identifikation Person/Körperschaft: ja
NS-verfolgt: ja
Eigentümer: ja
Notiz: Salomon Wolf wurde am 25. Oktober 1906 in Köln geboren. Er war der Sohn des Rabbiners und Vorsitzenden der Gemeinde Adass Jeschurun in Köln, Jonas Wolf (1876–1945). Ab 1928 studierte Salomon Wolf in München und Köln Mathematik, Physik und Biologie. Parallel war er ab 1930 als Dozent am jüdischen Lehrerseminar und der Talmud-Thora Schule in Köln tätig und unterrichtete ab 1934 zudem am Kölner jüdischen Reformrealgymnasium (Jawne) Latein und „Jüdische Fächer“.

In der Zeit des Nationalsozialismus wurde Wolf als Jude verfolgt. Zum Beispiel verweigerte die Universität Köln die Anerkennung seiner Promotion im Fach Mathematik, die er im Mai 1933 eingereicht hatte.

Im März 1939 gelang Wolf die Flucht in das damalige britische Mandatsgebiet Palästina. Um sein Umzugsgut von Köln nach Palästina zu transportieren, wurde es im August 1939 in Antwerpen auf einen Dampfer verladen. In Folge des Beginns des Zweiten Weltkriegs im September musste das Schiff umkehren. Die Transportbox (Lift) mit Wolfs gesamtem Umzugsgut wurde im Hamburger Freihafen eingelagert und von den deutschen Behörden beschlagnahmt. Darunter befand sich auch eine über 2.000 Bände umfassende Bibliothek. Die Bücher wurden mutmaßlich in Köln versteigert.

Salomon Wolf starb am 9. März 1986 in Jerusalem.

Quellen:
  • Entschädigungsakte Salomon Wolf, 1957–1973, LAV NRW, BR 3005 Nr. 168.
  • Lehramtsprüfungsakte Salomon Wolf, 1932–1934, LAV NRW, BR 2074 Nr. 6137.
  • Wiedergutmachungsakte Salomon Wolf, LAV NRW, Gerichte Rep. 0266 Nr. 8014 u. 12634.
  • Government of Palestine, Department of Immigration, Akte Salomon Wolf, ISA, 6871/42 –
  • Rückerstattungssachen Salomon Wolf BADV, OFD Köln, Nr. 14853, Nr. 15019 u. Nr. 16743.
 
  • "Rabbiner Jonas Wolf", in: Corbach, Dieter: Die Jawne zu Köln. Zur Geschichte des ersten jüdischen Gymnasiums im Rheinland und zum Gedächtnis an Erich Klibansky. Ein Gedenkbuch, Köln 1990, S. 39.
  • Kathrin Kleibl – Susanne Kiel (Hg.), LostLift Datenbank, Deutsches Schifffahrtsmuseum – Leibniz-Institut für Maritime Geschichte, Umzugsgut: Salomon Wolf, Permalink: https://lostlift.dsm.museum/de/detail/collection/88918c38-b174-4e87-ad1f-56cb0a026395 (Zuletzt aktualisiert am: 2.1.2024).

Jenka Fuchs (Stadtbibliothek Hannover), Stand vom 21.06.2024
Verknüpfte Person/Körperschaft
Wolf, Salomon (mögliche Verbindung)
Wird geladen...