Heyman, Paula

Person/Körperschaft

Identifier/Permalink:
Entity 16290
Tätigkeit/Titel/Branche:
Dr. med., Ärztin, Kinderärztin


Geburt: 3. Juni 1890 in Berlin
Deportation: 17. Mai 1943
Tod: 1943 in KZ Auschwitz-Birkenau

Adresse:
Alexanderufer 5, Berlin Mitte (1926 bis 1927)
Humboldtstraße 34, Berlin Mitte
Blumenstraße 100, Berlin Mitte (1939)

Identifikation Person/Körperschaft: ja
NS-verfolgt: ja
Eigentümer: ja
GND: https://d-nb.info/gnd/125156154
VIAF: https://viaf.org/de/viaf/23093585
Notiz: Siehe auch Paula Heyman auf provenienzforschung.zlb.de

Paula Heyman wurde am 3. Juni 1890 in Berlin als Tochter des Bankiers Hugo Heyman (1856–1920) und seiner Frau Marie Johanna, geb. Feist (1869–1943), geboren. Ihre Geschwister waren die Zwillingsschwestern Frida und Käthe Heyman (beide geboren 1892). Frida starb im Jugendalter um 1907 in Berlin; Käthe (später Kate) starb 1983 in London.

Nach einem Studium der Philosophie in Berlin studierte Paula Heyman Medizin in Freiburg im Breisgau und Berlin, wo sie 1916 promoviert wurde und im selben Jahr die Approbation erhielt. Sie spezialisierte sich auf Kindermedizin. Ab 1928 war Heyman als Vertrauensärztin des Studentenwerks Berlin tätig. In dieser Funktion untersuchte sie hilfsbedürftige Studentinnen, erstellte Gutachten und beantragte Erholungskuren. Ab 1922 arbeitete sie Schulärztin in Berlin-Mitte. Heyman war Mitglied mehrerer Ärztevereinigungen (darunter der Verein sozialistischer Ärzte, VsÄ) und bekleidete verschiedene Ämter im Bund deutscher Ärzte (BdÄ).

Im nationalsozialistischen Deutschland auf Grund ihrer jüdischen Herkunft verfolgt, wurde Paula Heyman 1933 aus dem öffentlichen Dienst entlassen. Daraufhin betrieb sie eine Kinderarztpraxis und arbeitete zudem unentgeltlich für die Jüdische Gemeinde zu Berlin und die Jüdische Kinderhilfe.

Paula Heyman war unverheiratet und hatte keine Kinder. In Berlin wohnte sie am Alexanderufer 5 (1926/27), dann in der Humboldtstraße 34 und schließlich bei ihrer Mutter Marie Johanna in der Blumenstraße 100. Dort befand sich ab 1933 auch Paula Heymans Praxis. 1938 wurde ihr aufgrund der antisemitischen nationalsozialistischen Gesetzgebung die Approbation entzogen. Am 17. Mai 1943 wurde sie von der Gestapo aus der Blumenstraße 100 abgeholt, als „Transportärztin“ mit dem 38. Transport über Katowice in das Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau deportiert und dort ermordet. Das letzte Lebenszeichen von Paula Heyman aus dem Lager kam im Juli 1943 in Form eines Briefes.

Quellen und Literatur

 
  • Berliner Adreßbücher 1926–1943, https://digital.zlb.de/viewer/berliner-adressbuecher/ (online abgerufen am 09.04.2026)
  • Datenbank Ärztinnen im Kaiserreich: Paula Heyman, https://geschichte.charite.de/aeik/biografie.php?ID=AEIK00443 (online abgerufen am 09.04.2026)
  • Index zu Stammbäumen von Geneanet-Mitgliedern: Frieda [Frida] Heyman, https://gw.geneanet.org/hplus?n=heyman&oc=&p=frieda (online abgerufen via ancestry.de, 09.04.2026)
  • Landesarchiv Berlin, Personenstandsregister Geburtsregister 1874-1908, Standesamt Berlin XII, 1890, Geburtsregister, laufende Nr. 355, Urkunde Nr. 2132: Geburtsurkunde Paula Heyman (online abgerufen via ancestry.de)
  • Schwoch, Rebecca (Hrsg.): Berliner jüdische Kassenärzte und ihr Schicksal im Nationalsozialismus. Ein Gedenkbuch, Berlin 2009, S. 344f.
  • Seidler, Eduard: Kinderärzte 1933-1945. Entrechtet, geflohen, ermordet, Bonn 2000, S. 151
  • University College London, England, UK: Sammlung Student Records 1934, Referenz RD/SR/1934/4, Kate Heyman (online abgerufen via ancestry.de)
  • WW2 People`s War – An archive of World War Two memories: The German Surrender Announcement, 07.12.2005, Article ID: A758934, https://www.bbc.com/history/ww2peopleswar/stories/43/a7589343.shtml (online abgerufen am 09.04.2026)
  • Yad Vashem Database of Shoah Victims‘ Names: Pages of Testimony Paula Heyman, https://collections.yadvashem.org/en/names/13544016 (online abgerufen am 09.04.2026)

Kristin Hoßfeld / Jenka Fuchs (Zentral- und Landesbibliothek Berlin), Stand vom 18. Mai 2026
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