Centrale für private Fürsorge

Person/Körperschaft

Identifier/Permalink:
Entity 19947
Gründung: 1899
Auflösung: 1937
Gründung: 1946

Adresse:
Frankfurt / Main

Identifikation Person/Körperschaft: -
NS-verfolgt: unbekannt
Eigentümer: unbekannt
Notiz: Die Centrale für private Fürsorge wurde gegründet um die Vielzahl an Bittgesuchen „einer planvollen und zielgerichteten Armenpflege zuzuführen“. Die Gründung geht auf die Initiative des Instituts für Gemeinwohl zurück, welches Herrn Christian Jasper Klumker mit einem „Bericht zur Gründung einer Centrale für private Fürsorge“ betraut. Am 04. März 1899 findet die erste Generalversammlung statt, die Satzung war zuvor ebenfalls von Klumker entworfen worden. Der Verein gewährte keine Unterstützung aus eigenen Mitteln, sondern fungierte als „vermittelndes und verbindendes Organ“. Die Centrale erarbeitet sich in den nächsten Jahrzehnten den führenden Platz in der privaten Fürsorge der Stadt Frankfurt. Dazu erweiterte sie ihr Aufgabenfeld stetig: 1900 Ausschuss zur Unterbringung erholungsbedürftiger Mädchen und Frauen, 1902 Abteilung für Kinderfürsorge, Trinkerhilfe, im 1. WK nationaler Frauendienst. Wegen steigender Not werden in 17 Bezirksstellen eigene Filialen errichtet. Nach dem Krieg hat die Centrale Probleme die bestehenden Einrichtungen zu erhalten. 
Um in der NS-Zeit relevant zu bleiben und nicht verdrängt zu werden, bietet die Centrale ihre Zusammenarbeit der neuen Führung an, obwohl die Centrale eine beträchtliche Anzahl jüdischer Mitglieder hatte. Am 04. Juli 1933 wird der Beirat der Centrale abgeschafft und im selben Jahr Ernst Levi aus dem Vorstand gedrängt. Im Winter 1933/34 arbeitet die Centrale noch am Winterhilfswerk der NSV mit. Um nicht aufgelöst zu werden schließt sich die Centrale dem Deutschen Roten Kreuz an. Außerdem übereignen sie ihr Vermögen zum Schutz an das Institut für Gemeinwohl, dort wird das Vermögen in einer eigenen Abteilung geführt. Als weitere Schutzmaßnahme nimmt die Centrale je einen Vertreter aus Stadt und NSV in den Vorstand auf (26. Juni 1934). Im selben Jahr arisiert sich die Centrale selbst. In den Jahren 1934-36 nimmt die Zusammenarbeit der Centrale und der NSV zu, die Centrale behält zunächst eine wichtige Position (wird Mitglied der „Führerrats“ im Amt für Volkswohlfahrt und der Kreisamtsleitung des WHW). Die Centrale wird weiterhin auch von jüdischen Förderern unterstützt und betreut in Einzelfallbetreuungen sog. Mischlinge 1. und 2. Grades.
Ende 1936 wendet sich das Schicksal: Zunächst wird die Centrale im September aus ihren Räumen verdrängt, ab 1937 werden dann auch Sammlungen im Sommer verboten (zuvor waren bereits Sammlungen im Winter verboten worden), wodurch eine maßgebliche Einnahmequelle verloren ging. Im Juni 1937 beschließt die Mitgliederversammlung die Auflösung, 6 Monate später wurde die Tätigkeit des DRK als Wohlfahrtsverband gesetzlich beendet. Die Centrale stellt ihre Tätigkeit im August ein, ihre Abteilung beim IfG löst sich im Oktober auf, die Liquidation dauert bis Mai 1940 an. Überlebende Mitglieder der Centrale treffen sich zur erneuten Gründungssitzung am 20. Juli 1945. Sie werden finanziell vom IfG unterstützt. Genehmigung durch den Arbeitsminister am 19. August 1946, Eintragung ins Vereinsregister am 30. August 1948.
Darleen Pappelau (Universitätsbibliothek JCS Frankfurt a.M.), Stand vom 10.07.2025

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