Allgemeiner freier Angestelltenbund

Person/Körperschaft

Identifier/Permalink:
Entity 20052
Tätigkeit/Titel/Branche:
Gewerkschaft (1921 bis 1933)

Identifikation Person/Körperschaft: ja
NS-verfolgt: ja
Eigentümer: unbekannt
GND: https://d-nb.info/gnd/63516-9
Notiz:

Der Allgemeine freie Angestelltenbund (AfA-Bund) war ein Zusammenschluss verschiedener Gewerkschaften, die vor allem technische, verwaltende und künstlerische Angestelltenberufe vertraten. Gegründet wurde er im Jahr 1921 und orientierte sich politisch an sozialdemokratischen und linksliberalen Grundsätzen. In unterschiedlicher Stärke bestand der Bund bis zu seiner freiwilligen Auflösung zu Beginn der nationalsozialistischen Herrschaft fort.

Seit 1931 war der AfA-Bund Teil der Eisernen Front – einem Bündnis, das als Reaktion auf die nationalkonservative Harzburger Front von sozialdemokratisch nahestehenden Organisationen gegründet worden war. Neben dem WTB-Plan des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes (ADGB) entwickelte der AfA-Bund ein eigenes Konzept zur Bekämpfung der Weltwirtschaftskrise. Dabei legten die Angestelltenverbände einen stärkeren Schwerpunkt auf planwirtschaftliche Maßnahmen als der ADGB. Im Verlauf des Jahres 1932 begannen auch die Arbeitergewerkschaften, sich diesen Vorstellungen anzunähern.

Am 28. März 1933 trat der AfA-Vorsitzende Siegfried Aufhäuser aus Protest gegen die zunehmende Zusammenarbeit des ADGB mit dem nationalsozialistischen Regime von seinem Amt zurück. Nur zwei Tage später, am 30. März 1933, löste sich der AfA-Bund selbst auf – kurz vor der endgültigen Zerschlagung der freien Gewerkschaften durch die Nationalsozialisten.

Daniel Dudde (Universitätsbibliothek JCS Frankfurt a. M), Stand vom: 31.07.2025


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