Tränker, Heinrich

Person/Körperschaft

Identifier/Permalink:
Entity 4322
Tätigkeit/Titel/Branche:
Buchhändler, Antiquar, Okkultist, Rosenkreuzer und Theosoph

Geburt: 6. August 1880 in Bechstedtstraß (Erfurt)
Tod: 22. Mai 1956 in Berlin

Adresse:
Leipzig (vor 1921)
Hohenölsen (nach 1921)
Hohenleuben
Berliner Straße 90, Berlin (1933 bis 1936)
Kurhausstraße 27, Berlin (1937)
Busonistraße 16, Berlin-Karow (1938 bis 1939)
Grunowstraße 21, Berlin-Pankow (1940 bis 1943)

Identifikation Person/Körperschaft: ja
NS-verfolgt: ja
Eigentümer: möglich
GND: http://d-nb.info/gnd/117723770
Notiz: Heinrich Tränker (* 06.08.1880, Bechstedtstraß bei Erfurt ⴕ 22.05.1956, Berlin) war Buchhändler, Antiquar, Okkultist, Rosenkreuzer und Theosoph. Bis 1918 war er Inhaber und Buchhändler der Theosophischen Zentralbuchhandlung in Leipzig. Er kreierte mit seiner Frau Helene 1920/21 die Pansophie und wurde Großmeister der Pansophischen Loge. 1930 bis 1937 war Tränker als selbstständiger Antiquar tätig, 1933 wurde er dafür auf Antrag in die Reichsschrifttumskammer aufgenommen. Nach der Beschlagnahmung seiner Bibliothek durch die Gestapo im Oktober 1934 wird er jedoch aus dieser wieder ausgeschlossen. Trotz eines erneuten Antrags auf Aufnahme im Jahr 1935 und zweier unabhängiger positiver Bewertungen seiner Person erhält er keine erneute Zulassung als Antiquar. Am Handel hindert ihn das zunächst nicht. Seine Veröffentlichungen werden in der NS-Zeit wohl verboten („sämtliche Schriften“). Ab 1937 ist er schließlich als selbstständiger Grundstücksmakler tätig und ab 1940 als Büroangestellter im Bürgermeisteramt. Nach dem Krieg nimmt er sofort 1945 seine Tätigkeit als Schriftsteller und Verlagsleiter, mit Sitz in seiner Privatwohnung Grunowstr. 21, wieder auf.

Trotz der Einschränkungen und Schwierigkeiten baut er seine Bibliothek nach der Beschlagnahmung 1934 wieder auf. Diese etwa 10.000 Bände (laut einem Brief Tränkers, im Nachlass befanden sich tatsächlich 1.300) überleben den Krieg unbeschadet. In der Zeit danach öffnet er seine Bibliothek für den Privatgebrauch zu einer Monatsgebühr von 1 M, dabei verschwinden allerdings Bücher seiner Sammlung. Als Tränker schließlich um 1950 kränker wird unterstützt eine Bekannte die Familie, welche jedoch weitere Bücher aus Tränkers Bibliothek stiehlt. Nach seinem Tod bleibt seine Büchersammlung in Familienhand.

Laut Antiquariat Lange verkauften sie 2013 Bücher aus seiner Bibliothek, welche sich bei Kriegsende noch in seinem Besitz in Ost-Berlin befanden. Sie tragen einen von 2 Stempeln: „Heinrich Tränker Berlin-Pankow Grunowstr. 21“. – „Heinrich Tränker Berlin-Karow Busonistraße 16“.
Darleen Pappelau (Universitätsbibliothek JCS Frankfurt a.M.), Stand vom 21.07.2025.

Verknüpfte Personen/Körperschaften
Bergungsstelle 015, Bibliothek SS-Reichssicherheitshauptamt (mögliche Verbindung)
Haberling, [?] (mögliche Verbindung)
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