Notiz: Bruno Heymann wurde am 1. Juli 1871 in Breslau als Sohn von Edmund Heymann und Anna Heymann geb. Kraemer geboren. Er hatte vier Geschwister: Heinrich (1866–?), Minna (1868–1938), Moritz (1870–1937) und Adolf (1874–1947). Bruno Heymann studierte Medizin in Freiburg im Breisgau und in Breslau, wo er 1896 die Approbation erhielt und 1904 habilitierte. Anschließend arbeitete er als Assistent und Privatdozent an der Universität Breslau, bis er 1914 den Ruf als außerordentlicher Professor am Hygienischen Institut der Universität Berlin erhielt. Bruno Heymann ist zudem der Autor einer grundlegenden Biographie über Robert Koch.
1900 heiratete Bruno Heymann im niederschlesischen Glatz (heute Kłodzko) die 1872 in Görlitz geborene Martha Cohn. Das Paar hatte drei Kinder: Rudolf Eduard (geb. 1901 in Breslau), Karl Gerhard (geb. 1903 in Breslau) und Charlotte Rosa (geb. 1904 in Breslau).
Martha Heymann geb. Cohn starb 1940 in Berlin. Sowohl Rudolf als auch Karl Gerhard Heymann gelang die rechtzeitige Flucht aus Deutschland ins britische Mandatsgebiet Palästina. Charlotte Rosa Heymann wurde am 29. Januar 1943 ab Berlin ins Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz deportiert und ermordet.
Bruno Heymann wurde 1935 aufgrund der ‚Nürnberger Gesetze‘ zwangsweise in den Ruhestand versetzt. Er starb am 8. Mai 1943 im Jüdischen Krankenhaus Berlin, in das er als Polizeigefangener eingeliefert worden war, nachdem er für die angesetzte Deportation als nicht transportfähig eingestuft wurde. Die Wohnung von Bruno Heymann in der Hektorstr. 3 in Halensee wurde nach seinem Tod von der Gestapo versiegelt und das Inventar beschlagnahmt.
Sebastian Finsterwalder (Zentral- und Landesbibliothek Berlin), Stand vom 28. August 2025
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Heymann, Rudolf (ist Vater von)